Empty Bottles – Faude Brände

Empty Bottles - Faude Brände

Schon Jean-Babtiste Grenouille, die Hauptfigur in Patrick Süßkinds Wunderwerk „Das Parfüm“ wusste, „Die Seele aller Wesen ist ihr Duft“. Dass demnach auch Obst und Gemüse eine Seele haben, beweist Florian Faude mit seinen zauberhaften Destillaten. 

 

Florian ist 34 Jahre alt und hat ganz bodenständig den Beruf des Winzers und Obstbrenners gelernt. Ganz bodenständig ist nämlich auch das Brennrecht, dass auf dem Hof der Eltern liegt. Bodenständig, weil so ein Brennrecht immer auf dem jeweiligen Boden, bzw. der Adresse liegt und nicht auf Personen vergeben wird.

Empty Bottles - Faude Brände
Olaf Deharde, Onur Elci, Florian und Anna Faude

So hatte die Familie großes Glück, als sie Anfang 2000 den alten Hof erstanden und das Brennrecht zur Adresse gehörte. Da die junge Generation der Faudes sich sowohl beruflich, als auch privat gerne qualitativ hochwertigen Getränken widmen (Florians Schwester Anna studiert Getränketechnologie und hilft Florian, wo sie kann), war klar, dass nach ca. 3 Jahren  „Versuchsbrennerei“ gegen 2006 eine eigene Marke entstehen würde.

 

„Faude feine Brände „ steht seitdem für „Sortenrein – Handverlesen – Sorgfältig Destilliert“- und das schmeckt man! Destilliert werden nicht nur Klassiker wie Williamsbirne, Mirabelle oder Trauben, sondern auch etwas ungewöhnliche Kanditaten wie rote Beete, Fichte oder Gurke.

 

Alles was regional und saisonal zur Verfügung steht und in Florians Hände gerät, wird durch die Brennblase geschickt. Spargel oder Rhabarber sind leider nur kurz erhältlich, doch durch diese natürliche Verknappung bleibt es auch für Florian immer spannend. Die beiden neusten Versuche sind erstmalig nicht regional, aber von einem sizilianischen Bekannten, bei dem sich Florian die besten Mandarinen und Blutorangen vom Baum pflücken durfte. „Ich kenne jede Frucht und jeden Baum persönlich, bevor ich die Destillation beginne“. Alles geht durch seine Hände, wird handverlesen und sorgfältigst auf beste Qualität geprüft. „Wer Scheiße oben reintut, der kriegt am Ende auch nur Scheiße wieder raus“, oder „Ich brenn nur Produkte, die ich mir auch in den Mund stecken würde“ sind so Sätze, die man von Florian hört und ihn und das Produkt ziemlich sympathisch machen.

 

Florians Brände kann man übrigens im Weinaden St. Pauli bekommen.

Text und Bild: Olaf Deharde