Empty Bottles – Enderle & Moll

Empty Bottles - Enderle & Moll

Die Weine aus dem Hause Enderle & Moll wurden schon in den hochkarätigsten Restaurants ausgeschenkt, da gab es noch nicht mal ein eigenes Weingut. Mittlerweile bewirtschaften Sven und Florian, auf Grund ihres Erfolges,  3 ha und wir sind uns sicher, dass es nicht dabei bleibt.

Florian und Sven sind bodenständige, coole Typen, die ohne Schnick Schnack und Schönheitskorrekturen auskommen. Mit Ecken, Kanten und eben einer ziemlich großen Portion Charakter. Genau das spiegelt sich auch in der Machart ihrer Weine wieder. So richtige Naturburschen halt. Friseur? Botox? Pediküre? Nix da…

Empty Bottles - Enderle & Moll

Wer ein echter Typ ist, der braucht sowas nicht und wer im Weinberg schön auf die Trauben aufpasst und weiß wie die Natur tickt, der braucht später im Keller auch keinen Schönheitssalon. Keine French Nails, Nagel-Lack, oder aufgeklebte Wimpern. Wer die Weine von Enderle & Moll trinkt, der trinkt das, was die Natur wollte, was wir trinken. Die Weine werden weder geklärt, noch geschönt und nicht gefiltert. Technische Pumpen, Voll-Ernter, alles nicht vorhanden. Dass das natürlich auch prakmatische Gründe hat und nicht unbedingt einer Philosophie anhängt, macht die beiden nicht unsymphatischer. Aus dem Nichts heraus haben sie innerhalb der letzten 8 Jahre ein Weingut nach vorne gewirtschaftet, an das kein Weininteressierter mehr vorbeikommt. Gerade die aktuelle Welle der Naturwein-Philosophie lässt einen in den Süden nach Baden-Baden blicken. Eigentlich eine sehr konservative Ecke des Weins.

 

„Wir wollen uns aber nicht irgendeiner Welle anschliessen“, sagt Florian. Dazu sind die beiden auch viel zu eigen. Hauptaugenmerk liegt auf „Pinot Noir“. Eine elegante Traube, die viel Zuneigung, Liebe und Erfahrung barucht. Wenn man sowas liest wie: Nicht geschönt, ungefilter, wie die Natur wollte“ bekommt man wahrscheinlich erstmal Angst, denn soetwas fragiles und ungeschliffenes muss doch erstmal ordentlich bearbeitet werden um die Eleganz zum Vorschein zu bringen.

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Doch HALT! Was hier ungefiltert, ob rot, oder weiß (es gibt auch Müller Thurgau, Riesling und Grauburgunder) in die Flaschen kommt erinnert zwar, wenn man von Eleganz spricht, eher an eine ungekämmte Dame im nassen Wollpulli, doch wenn man diese erstmal auf die richtige Temperatur gebracht hat und ein wenig Sauerstoff ins Spiel bringt, wird aus dem nassen Wollpulli doch recht schnell ein weißes Seidenblouson und aus der ungekämmten Dame, eine Uma Thurmann irgendwo in der Mitte der 90er. Wer zum ersten Mal eine Flasche „Unplugged“ betrachtet und trinkt, der weiß, dass der Vergleich nicht hinkt.

Prost!

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