Deutschlands junge Winzer – Max Dexheimer

Deutschlands junge Winzer - Max Dexheimer

Wieder einmal ist es soweit und wir stellen Euch einen Nachwuchs-Winzer vor. Max kommt aus Saulheim in Rheinhessen und feilt an seinen ersten eigenen Weinen im elterlichen Weingut Walldorf-Pfaffenhof. Max mag es gerne klassisch, was man ihm und seinen Weinen positiv anmerkt. Klassisch Rheinhessen mit frischen Rieslingen und nem sagenhaften Spätburgunder. Was, warum und wieso erklärt er Euch am besten selbst.

 

Ich fang am besten mal ganz vorne an.

Mein Name ist Maximilian Dexheimer. Ich bin Jahrgang 1992, nebenbei bemerkt war der Jahrgang sogar ganz gut 😉 Nachdem ich es irgendwann geschafft habe meine Schullaufbahn erfolgreich abzuschließen, begann ich eine Ausbildung zum Winzer. Eigentlich kann ich nicht wirklich sagen warum. Es wurde mir zwar quasi in die Wiege gelegt, aber als Teenie hatte ich erst andere Hobbys. Nachdem mein Vater mir dann ein Weinberg übertragen hat, den ich dann selbst bewirtschaften musste, fand ich es einfach nur geil. Sehen wie Dinge geschehen, und die mit etwas Hilfe sogar ganz gut werden. Die Ausbildung machte ich dann in Oppenheim beim Staatsweingut sowie beim Weingut Knipser im Pfälzischem Laumersheim.

 

Letzteres war für mich, so würde ich dass jetzt mal behaupten, extrem prägend. Wir haben in der Pfalz oft noch weit nach Feierabend zusammen gesessen, Wein getrunken und uns über Gott und die Welt unterhalten. Mit dem Hintergrund vor dem Studium einfach nochmal was anderes zu sehen als Rheinhessen und die Pfalz, bin ich dann nach Neuseeland. Dort habe ich dann bei Karl Johner und bei dem biodynamischen Weingut Hans Herzog gearbeitet. Arbeiten nach dem Mond – hättest du mir das während der Ausbildung erzählt hätte ich gesagt „kum geh fort!!“
Aber irgendwie hat mich das Arbeiten nach biodynamischen Prinzipien gefasst. Vielleicht war es auch einfach die Erfahrung, dass man sich mit der Natur, die einen umgibt auseinandersetzt, sie genau beobachtet und danach agiert.  Das ist auf jeden Fall etwas was ich in naher Zukunft daheim ausprobieren möchte.

Deutschlands junge Winzer - Max Dexheimer

Nach meiner Rückkehr hab ich mich dann in Geisenheim eingeschrieben. Hier hab ich dann die anderen Chaoten, AndiJason und Andi Mann kennen und lieben gelernt. War schon cool wie schnell uns der Wein zusammengebracht hat. Vielleicht auch logisch, wenn du halt jeden Abend die ein oder andere Flasche Wein killst 🙂

 

Aber wie gesagt da hat sich ein reger Austausch gebildet. Wir diskutieren extrem viel über die Weine und die Philosophien anderer Winzer, aber auch über unsere. Zeitgleich, bzw. schon 2012  hab ich dann daheim eine eigene Weinlinie innerhalb des Weinguts meiner Eltern ins Lebengerufen. Das ist quasi mein Versuch einen Generationswechsel im Weingut einzuleiten. Klar greife ich auch meinen Eltern unter die arme, aber eigentlich habe ich auch mein eigenes kleines Weingut geschaffen. Die meisten Kunden für meine Mittlerweile fast 10.000 Flaschen hab ich mir selbst gesucht. Ich kann dir sagen , so ein Generationswechsel in nem Familienbetrieb ist keine leichte Sache. Ich bin extrem froh, dass mich meine Eltern so viel alleine machen lassen. Bei größeren Entscheidungen muss jedoch auch mal länger mit den Eltern verhandelt werden. Da kommt es schon mal vor, dass du glaubst du bist 5 und willst länger aufbleiben.

Deutschlands junge Winzer - Max Dexheimer

Ich wollte meine Vorstellung von Wein ausleben bzw. auf die Flasche bringen. Daher bin ich momentan noch dabei an meinem Stil zu feilen, wobei ich jetzt schon merke, dass das wohl nie aufhören wird. Begonnen hab ich dann also mit den Rebsorten Riesling, Silvaner, Weissburgunder und Spätburgunder. In Jahren, in denen es die Reife zulässt, gibt es dann auch einen Cuvee aus Cabernet Sauvignon und Merlot. Warum gerade diese Sorten? Naja das sind, bis auf Cabernet Sauvignon und Merlot einfach Klassiker, die für unsere Region stehen. Gut der Dornfelder und der Müller Thurgau auch, aber mit Spätburgunder und Riesling kannst halt mehr anfangen.

 

Zukunftsvisionen – wow welch ein Wort. Die Zukunftsvision schlecht hin ist – Achtung –  Mit ca. 60 bis 70 mit den Scheissenheimern am Tisch zu sitzen einen 2012 er Probstey Riesling und oder Spätburgunder aufzumachen und der schmeckt immer noch!!!! 🙂 Bei Fragen, tu es !

Gruss Max

Ps: Olaf, komm doch einfach am besten mal bei mir Vorbei wenn ich wieder im Lande bin.

Deutschlands junge Winzer - Max Dexheimer

Weingut Walldorf Pfaffenhof

  • Mainzer Straße 50, D-55291 Saulheim
  • Tel.: 06732 – 5055
  • Fax: 06732 – 63249