Lieblingsplätze Hamburg – Bericht 35. Friedrich Jürges

Lieblingsplätze Hamburg – Bericht 35. Friedrich Jürges

Vieles hat sich in den letzten Jahren im Schanzenviertel verändert. Immer hipper und jünger wird das Szeneviertel und längst sind die Einzelhändler von damals den trendigen Modelabels und Gastronomien gewichen. Nur wenige Ausnahmen haben trotz Gentrifizierung überlebt und so auch unser heutiger Lieblingsplatz.

Gegründet 1919 vom Scherenschleifer Frierich Jürges I. diente das Geschäft den Metzgern des nahegelegenen Schlachthofs, als erste Adresse für scharfe Messer. Nach und nach kamen Maschinen zur Wurstherstellung dazu und das Geschäft wuchs zu einem der wichtigsten Adressen für Reparaturen vom Fleischereimaschinen und das Angebot von Gebrauchtmaschinen.

 

Nach dem Krieg baute Friedrich Jürges II. den Laden wieder auf. Damals lagen die Werkstatträume noch gegenüber vom heutigen Laden, der erste 1968 bezogen wurde, da die Firma immer größer wurde und auch eine Art „Showroom“ für Messer und andere Kochwerkzeuge her musste.

 

Lieblingsplätze Hamburg – Bericht 35. Friedrich Jürges

 

1976 begann auch Friedrich Jürges III. in dem Laden an zu arbeiten und dort steht er auch noch heute. Mittlerweile hat sich in der Fleischwirtschaft sehr viel getan. Viele Handwerksmetzger haben dicht gemacht, da die billige Massenware aus den Supermärkten die Preise ins bodenlose gedrückt hat.
Der Export von gebrauchten und generalüberholten Maschinen insbesondere nach Osteuropa ist bis heute der wichtigste Teil der Firma. So wichtig, dass es sogar einen weiteren Firmensitz in Lettland gibt. Zudem ist der Laden bei vielen Hobby- und Profiköchen beliebt, da Angebot und Service hier einfach stimmen. So kann man sich günstig einen Wurstfüller für Zuhause kaufen, oder seine Messer zum Schleifen abgeben.

 

Lieblingsplätze Hamburg – Bericht 35. Friedrich Jürges

Das Angebot für Fleischliebhaber ist so gut, dass sich unbekannte Fleischerei-Fachgeschäft-Hasser mit einem Säure-Anschlag am Schaufenster rächten. Bis heute kann man diese Säureflecken sehen und bestaunen, denn Friedrich ließ eine Künstlerin an die beschädigten Scheiben und so entstand ein bunter Hingucker auch für Leute, die nicht in erster Linie am Angebot des Ladens interessiert sind.

 

Friedrich Jürges GmbH

  • Schanzenstraße 32, D-20357 Hamburg
  • Tel. (+49) 40 4 30 08 39 /49

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