Empty Bottles – Augustiner „Helles“

Empty Bottles - Augustiner "Helles"

Hauptsächlich nutzen wir diese Rubrik, um Euch junge Nachwuchstalente der Bier-Brauer-Szene und unsere Lieblingsbiere der aktuellen Craft-Beer-Revolution vorzustellen. Dass wir deswegen nicht auf altbewehrtes verzichten und nur noch IPA´s, Stouts, oder 3-fach kaltgehopfte Weizenbiere trinken, zeigen wir Euch heute anhand der Augustiner Brauerei und ihrem Flaggschiff dem „Augustiner Helles“.

Mit ca. 100.000 Flaschen, die in der Stunde über die Abfüllanlage klimpern, ist das bayrische Unternehmen eher keine klassische Craft-Beer- Brauerei. Obwohl es bei Craft Beer genauer betrachtet nicht um die Menge, sondern um die Unabhängigkeit geht und da ist sich die Augustiner Brauerei bis heute treu geblieben. Anders als die bayrischen Brauereien Paulaner oder Hacker-Pschorr ist die Augstiner Brauerei immer noch privat geführt.
Wahrscheinlich ist das auch der Grund, weshalb das Bier so schmeckt, wie es schmeckt. Irgendwas ist anders als bei anderen bayrischen Bieren. Der nicht ganz unaufwendige Trick besteht darin, dass das in Deutschland so gut wie ausgestorbene „Tennenmalz“ – Verfahren angewendet wird. Nicht nur, dass die meisten Brauereien ihr Malz gar nicht mehr selbst herstellen, sondern die Herstellungsweise ist so zeit- und platzaufwendig, dass es sich aus rein wirtschaftlicher Sicht gar nicht lohnt, diesen Aufwand zu betreiben.

 

Nicht so Ferdinand Schmid, Direktor des Unternehmens von 1970 – 1991 und seit 1996 Leiter der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung. Der Stiftung gehört die Mehrheit des Unternehmens und sie kümmert sich mit mehr als der Hälfte des Gewinns aus der Brauerei um soziale Projekte.
Als man Schmidt nahelegen wollte, die hauseigene Mälzerei zu schliessen, da man für dieses Verfahren sehr viel Platz braucht und somit Lagerkapazität verliert – Um genau zu sein 16 Räume mit jeweils 40 Meter länge und 10 Meter Breite – Machte er mit allen Beteiligten eine Blindverkostung. Einmal gebraut mit dem hauseigenen Malz und einmal mit einem qualitativ hochwertigen, gekauften Malz. Es wurde zu 100 Prozent das eigene Malz herausgeschmeckt und so blieb die Mälzerei erhalten.

 

Die Qualität der Zutaten und das kontrollierte Herstellungsverfahren sind also die Hauptkriterien und nicht, wie viel Geld man einsparen kann, um am Ende des Monats noch mehr Gewinn zu machen. Diese durchaus sympathische Haltung wird nicht nur vom bayrischen Volk gewürdigt. Auch im restlichen Deutschland wie zum Beispiel Berlin, Hamburg, Köln, oder Dresden erfreut sich die biertrinkende Bevölkerung zunehmend über diesen aromatischen Durstlöscher, der jetzt zum Frühling und zum Sommer wieder so einige durstige Kehlen löschen wird.

in diesem Sinne

Euer Malz Davis

Malz Davis Empty Bottles

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